Wie halt so oft…

Posted on 16. November 2010

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Die Geschichte des Spiels ist schnell erzählt. Obwohl unter der Woche viel darüber geredet wurde, zu welch passendem Zeitpunkt man auf die Bayern trifft, dass nach 3 Siegen in Folge die Reise nach München ganz entspannt angetreten werden kann und so weiter und so fort, wurde es doch wieder eins dieser leider üblichen Vergleiche mit den Monaco Franzens. Der Club trat alles andere als befreit und selbstbewusst auf, Abstimmungsschwierigkeiten, die in den letzten Spielen durch Kampf wett gemacht wurden, nahmen die Bayern dankend an und so war das frühe 0-1 wohl keine Überraschung. Gündogan und Ekici erwischten nicht den besten Tag, hinten wurde Judt, der nach guten Leistungen in den letzten Wochen auch wieder ein Unsicherheitsfaktor war, ein ums andere mal allein gelassen, Eigler war mal wieder… Eigler himself und eigentlich müsste man hier jetzt jeden Spieler aufzählen, aber das wäre zuviel des schlechten. Bezeichnend, dass man nach der Pause, ausgerechnet in einer Phase als das 1-1 in der Luft lag, promt das 0-2 hinnehmen musste. Keine Stunde vorbei und das Spiel war gelaufen und eigentlich war jeder nach 90 Minuten froh, dass es vorbei war. Die knapp 7000 Glubberer, weil man so das Elend nicht länger ertragen musste, der Großteil der Bayernfans, weil sie endlich gehen durften (ach nein, die waren ja schon nach rund 80Minuten auf dem Heimweg) und Schweinsteiger, weil er es nicht erwarten konnte, das nationale Mitleid in Empfang nehmen zu können. Dazu gleich noch mehr. 0-3 hieß es am Ende, das Geburtstagskind während der Halbzeit hatte mit seinem Tipp doch nicht recht. Der dank gilt Gomez, der wenigstens einen kleinen Grinser auf dem Gesicht der Clubfans auftauchen ließ, als er den Elfmeter in den Klopapierblock drosch.

Die eigentlich Geschichten des Derbys spielten sich nach dem Spiel ab. Die „Speichel-gate“-Affäre nahm seinen Lauf und unser National-Schweini durfte erklären, wie vorbildhaft ein Ellbogenschlag doch sei, quasi eine solche Gutmensch-Aktion, dass man es lieber unter den Teppich kehrt anstatt in der Öffentlichkeit damit zu prahlen, und wie verdorben doch die Jugend durch das Spucken von Pinola wird. Ganz klar, Pino ist damit zu weit gegangen, doch die einseitige Berichterstattung ist mal wieder typisch. Er wird sicherlich gesperrt werden und damit es, vor allem nach der bereits erfolgten Entschuldigung, auch getan. Wie man auf Phrasen wie „menschenverachtende Aktion“ kommt, bleibt Ralf Woy selbst überlassen. Schön, dass wenigstens einer im Verein die richtigen Worte für das ganze fand. Danke dafür an den Kapitän.

Highlight dieses Tages bleibt da fast die Begegnung mit Ilkay im Stau auf der Autobahn und die Gewissheit, dass die Bauern nicht annähernd diese Genugtuung durch das Spiel erfahren, wie wir sie bei unserm 3-0 vor 3 Jahren hatten.

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Posted in: Football, Glubb